Kopfschmerzen in den Wechseljahre

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind wohl einer der gefürchtetsten Zeiträume im Leben einer Frau. Wie in der Pubertät, oder aber auch während der Schwangerschaft, scheint man erneut die Kontrolle über den eigenen Körper zu verlieren. Die Auswirkungen der Wechseljahre, die etwa zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr langsam ins Rollen kommen, fallen dabei von Frau zur Frau unterschiedlich intensiv aus. Zu diesen Auswirkungen zählen neben der vermehrten Bildung von Schweiß, Schwindel, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und allgemeiner seelischen Unausgeglichenheit auch mittlere bis starke Kopfschmerzen.

Da sind sie wieder, die Kopfschmerzen! Wie Studien unlängst ergeben haben, leiden Frauen öfters und viel stärker an dem Schmerz im Kopf. So berichten spezialisierte Kopfschmerz-Kliniken, dass etwa 80 Prozent der Migränepatienten weiblich sind. Schuld daran sind die Hormone und die spielen bekanntlich auch in den Wechseljahren verrückt. Da man als Frau den Wechseljahren nicht entgehen kann, soll dieser Artikel etwas mehr über die körperlichen Veränderungen in der Zeit informieren und beschreiben warum es zu Kopfschmerzen kommt und wie diese behandelt werden können.

Ursache


Strukturformel von Estran - Grundgerüst des Östrogens
Strukturformel von Estran -
Grundgerüst des Östrogens

Die Ursachen für Kopfschmerzen und andere Beschwerden während der Wechseljahre sind wie üblich die Hormone. Generell unterteilen sich die Wechseljahre in die zwei Teile Prämenopause und Postmenopause, wobei dazwischen die Menopause und die Perimenopause (Zeitraum 2 Jahre vor und nach der Menopause) liegt. Die Menopause selbst wiederum ist die letzte Regelblutung, die erst im Nachhinein festgestellt werden kann (wenn ein Jahr lang keine weitere Regelblutung eingesetzt hat). Doch was hat das alles mit den Hormonen zu tun? Im Laufe des Lebens einer Frau erlöscht die Funktion der Eierstöcke. Diese wiederum sind unter anderem für die Hormonproduktion zuständig, sodass es zu einer Hormonverschiebung (Rückgang des Östrogens) kommt. Diese Hormonschwankungen können das Gleichgewicht im Gehirn durcheinander bringen und so unter anderem zu Kopfschmerzen bzw. Beeinflussung der Migräne führen.Kopfschmerzen, die durch die Wechseljahre verursacht werden, treten vor allem in der Prämenopause vor, sodass die wechseljahresbedingten Kopfschmerzen schon nach einiger Zeit wieder verschwinden sollten. Was aber nun genau die Kopfschmerzen verursacht, ist nicht endgültig geklärt. Andere Auswirkungen der Wechseljahre wirken aber auf jeden Fall kopfschmerzfördernd. So sorgen die Hitzewallungen für den Schmerz im Kopf und auch der unter anderem dadurch entstandene Stress äußert sich bekanntlich auch in Kopfweh und Co.

Behandlung

Behandlung von Kopfschmerzen in Wechseljahren

Für die Behandlung wird meist zu Pflanzenpräparaten wie Traubensilberkerze, Mönchspfeffer, Rotklee oder sibirischem Rhabarber geraten. Generell gilt als weiteres Mittel, wie bei fast allen Kopfschmerz-Auslösern, auch bei Kopfschmerzen während der Wechseljahre Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Auch regelmäßige körperliche Aktivitäten, insbesondere Sport an der frischen Luft, können die Beschwerden lindern.

Auch homöopathische Mittel können bei Kopfschmerzen während der Wechseljahren helfen. Dies nachfolgenden homöopathischen Mittel helfen explizit gegen Kopfschmerzen und sollten bereits in etwa 10-14 Tagen zu einer Besserung der Schmerzen führen. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Homöopath konsultiert werden. Homöopathische Mittel gegen Kopfschmerzen3:

  • Cimicifuga (Migräneartige Kopfschmerzen)
  • Glonoinum
  • Sanguinaria (im Nacken beginnend und über dem rechten Auge endend)
  • Belladonna (Schläfenkopfschmerzen)

Als weitere Maßnahme kann eine Hormon-Ersatztherapie in Frage kommen. Diese kann allerdings zu verschiedenen schweren Nebenwirkungen führen. Grundsätzlich sollten deshalb erst einmal alternative Wege versucht werden. Helfen diese nicht, sollte man mit einem Arzt sprechen.

Migräne in und nach den Wechseljahren

Immer wieder wird propagiert, dass die Migräne im höheren Alter, insbesondere nach den Wechseljahren, allmählich schwächer wird oder komplett verschwindet. Dies kann in solch einer Pauschalität allerdings nicht bestätigt werden. Zwar gibt es durchaus Studien2, bei denen die Migräne-Beschwerden nach der Menopause abgenommen haben, diesen stehen aber anderen Studien3 entgegen, bei denen das nicht der Fall war. Im Gegenteil, teilweise fand sogar eine Verschlechterung statt. Dementsprechend sollte man sich als Frau nicht zu viel Hoffnung machen, dass die Wechseljahre die Migräne vertreiben. Denkbar ist dies lediglich bei stark hormonell bedingter Migräne unter weiteren bestimmten Voraussetzungen.

Quellen und Verweise


Der Artikel wurde am 01. August 2011 erstellt und am 21. März 2015 das letzte Mal aktualisiert. Kopieren verboten! Bitte beachten Sie, dass die aufgeführte Informationen keinen Gang zum Arzt ersetzen!

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