Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Die Vorfreude ist groß, endlich schwanger! Wären da die blöden Kopfschmerzen nicht. Die waren sonst doch auch nicht da! So oder so ähnlich, geht es viele schwangeren Frauen. Plötzlich auftretende Kopfschmerzen trübt die Vorfreude auf den ersehnten Nachwuchs. Nachfolgend findet man weitere Informationen rund um Kopfschmerzen in der Schwangerschaft, ihren Ursachen und was man dagegen machen kann.

Gleich mal die gute Nachricht vorweg: Die meisten Fälle von plötzlich auftretenden Kopfschmerzen in der Schwangerschaft haben keine ernsthafte Ursachen. Hormonschwankungen, Stress oder Verspannungen können zu diesen Schmerzen führen, die meist aber wieder von alleine verschwinden.

Ursachen für Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen bei Schwangere
Die Ursachen für Kopfschmerzen in der Schwangerschaft können je nach Schwangere sehr unterschiedlich sein. Am häufigsten ist aber die hormonelle Umstellung schuld an dem Schmerz im Kopf. Hier reagiert jeder Körper anders darauf, weshalb nicht alle Schwangere über Kopfweh klagen.

Weitere Ursachen bzw. Auslöser sind Stress, Verspannungen, Erschöpfung oder Überanstrengungen. Allerdings können Kopfschmerzen auch durchaus durch schwerwiegenderen Erkrankungen verursacht werden. Darunter zählt beispielsweise die Präeklampsie.

Nachfolgend findet man zu den einzelnen genannten Punkten weitere Informationen.

Ursache Erläuterung
Hormonumstellung Die hormonelle Umstellung zählt zu den Häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen bei Schwangeren. Das Verhältnis der Hormone ändert sich schon mit der Befruchtung, sodass selbst in den ersten Schwangerschaftswochen, in denen noch nichts zu sehen ist, der Körper schon auf Hochtouren arbeitet (plötzlich auftretende Kopfschmerzen sind deshalb auch ein Zeichen für eine Schwangerschaft). Neben den Eierstöcken produziert auch die Plazenta unter anderem Schwangerschaftshormone, etwa ab dem vierten Schwangerschaftsmonat dann nur noch die Plazenta. Bis zu dieser Zeit funktioniert die Abstimmung der Plazenta und der Eierstöcke nicht optimal, weshalb es auch zu Hormonschwankungen kommen kann. Dies führt oft nicht nur zu den berüchtigten Stimmungsumschwünge, sondern auch zu Kopfschmerzen und Co. In den meisten Fällen nehmen die Kopfschmerzen die durch die hormonelle Umstellung entstanden sind, ab dem 2. Trimester wieder ab.
Hormone sind aber nicht immer der Übeltäter, manchmal wirken sie nämlich genau entgegengesetzt. Experten gehen davon aus, dass die hormonelle Umstellung bei vielen Frauen dem Kopfschmerz entgehen wirkt. So sollen bei mehr als 70 Prozent schwangerer Frauen Migräneanfälle ausbleiben oder schwächer ausfallen.1
Stress Selbst bei einem absoluten Wunschkind kann plötzlich in der Schwangerschaft allerlei Stress aufkommen. Da gibt es plötzlich so viel zu tun, die Wohnung muss abgesichert werden, Einkäufe müssen erledigt werden und das Kinderzimmer sollte auch schon lange fertig sein. Hinzu kommt auch seelischer Stress, wie beispielsweise die Sorge ob das Baby gesund ist oder nicht, vielleicht finanzielle Probleme, die einem nicht gut schlafen lassen oder der Karriereknicks beschäftigt einen mehr als man es zugeben will. Stress kann in den verschiedensten Formen und Wegen aufkommen, oft auch ohne das man ihn explizit wahrnimmt. Dieser Stress kann sich dann in körperliche Leiden, wie eben stechendes Kopfweh auswirken. Umso wichtiger ist es deshalb, konsequent gegen den Stress anzuarbeiten. Dafür gibt es verschiedene Wege, wie Meditation, Sport (Schwimmen) oder auch nur frische Luft. Weitere Methoden gegen diese Art von Kopfschmerzen finde man weiter unten im Artikel.
Verspannungen Eine Schwangerschaft ist nicht nur eine psychische, sondern auch physische Belastung für den Körper. Die Zunahme des Gewichts während der Schwangerschaft und die damit oft verbundene veränderte Körperhaltung kann zu Verspannungen führen, die sich dann wieder in Kopfschmerzen äußern.
Änderung der Lebensweise Das heranwachsende Leben in einem bringt auch neue Verantwortung mit sich. Was man seinem Körper bisher zugemutet hat, könnte nun auch dem Kind schaden. Deshalb gelten für Schwangere grundsätzlich andere Regeln, als für andere Frauen. So sollte auf Koffein verzichtet oder der Konsum eingeschränkt werden und auch das Rauchen kann dem ungeborenen schaden. Solche Umstellungen in der Lebensweise, die oft nicht anderes als ein kalter Entzug sind, belasten den Körper, was ebenfalls zu Kopfschmerzen führen kann. Hat sich der Körper aber erst einmal an die Umstellung gewöhnt, sollten ebenfalls die Schmerzen abklingen.
Präeklampsie Bisher waren die vorgestellten Ursachen alle samt nicht kritisch. Anders sieht es hingegen bei einer Präeklampsie aus, einer hypertensive Erkrankung die gefährlich für Mutter und Kind sein kann. Neben Kopfschmerzen weist auf eine Präeklampsie vor allem die damit verbundenen Symptome erhöhter Blutdruck (Hypertonie) und Eiweiß im Urin (Proteinurie) hin. Auch zusätzlicher Schwindel, Sehstörungen oder Übelkeit und Erbrechen können auf die Erkrankung hinweisen.

Mittel gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Nachfolgend werden die verschiedensten Mittel vorgestellt, die bei Kopfschmerzen während der Schwangerschaft helfen können. Um gezielt gegen die Schmerzen anzugehen ist es hilfreich, wenn man die Ursache dafür eingrenzen kann. Hierfür hilft beispielsweise ein Kopfschmerztagebuch. Nachfolgend nun allerlei Mittel, von Hausmitteln über Meditation bis hin zur Akupunktur und homöopathischen Mitteln.

Entspannungsübungen

Stress ist einer der Hauptauslöser für Kopfschmerzen. Dieser ist nicht nur bei Schwangeren dafür verantwortlich, kommt hier aber durch eine völlig neuen Lebenssituation besonders häufig vor. Deshalb sollte man auf Übungen und Methoden zurückgreifen, die dem Stress entgegen wirken. Dafür gibt es klassische Entspannungsübungen, wie beispielsweise:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Phantasiereisen
  • ...
Diese Übungen können jederzeit selbst durchgeführt werden. Allerdings kann es etwas dauern, bis die Methoden tatsächlich wirken. Wichtig ist, dass man sie täglich und konsequent ausführt, nur so kann der Körper den Entspannungszustand "lernen".

Eine weitere sehr etablierte Methode gegen den Schwangerschaftskopfschmerz ist Yoga. Hier empfiehlt es sich entsprechende Kurse zu besuchen, in denen erfahrene Trainer und Trainerinnen hilfreiche Anleitung geben. In vielen großen Städten gibt es auch zahlreiche spezielle Schwangerschaftsyoga-Kurse, die auf die Bedürfnisse der schwangeren Frauen ausgerichtet sind.

Stressabbau

Entspannungsübungen sind schon einmal der richtige Schritt um Stress abzubauen. Aber es gibt noch einige weitere Möglichkeiten, die in Kombination mit den hier vorgestellten Entspannungsübungen wahre Wunder bewirken können. Körperliche Aktivitäten, wie beispielsweise ein Spaziergang an der frischen Luft sei hier zu erwähnen. Aber auch Sport (z.B: Schwimmen) sollte nicht vernachlässigt werden. Dabei sollte man es aber nicht übertreiben, auch alle Sportarten eignen sich für Schwangere nicht gleichermaßen. Hier sollte man sich mit dem behandelnden Arzt absprechen.
Doch nicht nur der körperliche Stressabbau ist wichtig, auch der seelische Abbau des Stresses sollte nicht vernachlässigt werden. Fressen Sie die Sorgen nicht in sich hinein, sondern reden Sie mit ihrem Partner darüber. Bei einer gemeinsamen Betrachtung erweisen sich viele Ängste und Sorgen meist als völlig unbegründet.

Akupunktur

Akupunktur ist eine jahrtausendealte traditionelle chinesische Heilkunde, die schon erfolgreich bei verschiedenen Leiden und in verschiedenen Lebensabschnitten eingesetzt wurde. Auch in der Schwangerschaft kann diese Technik Kopfschmerzen, aber auch andere Beschwerden lindern. Wird die Akupunktur richtig eingesetzt, ist sie arm an Risiken und belastet auch das Baby nicht. Wichtig ist, dass man sich in professionelle Hände begibt und auch auf die Schwangerschaft, sofern nicht ersichtlich, hinweist.

Lebensweise

Auch auf eine gesunder Lebensweise sollte man achten. Damit tut man nämlich nicht nur seinem Kind gut, sondern auch dem eigenen Körper, was wiederum dazu führen kann, dass Kopfschmerzen erst gar nicht entstehen. Unter einer gesunden Lebensweise versteht man viel trinken, ausreichend schlafen und auf eine gesunde Ernährung zu achten.

Massagen

Eine Massage kann so wohltuend wirken. Und auch in der Schwangerschaft sind Massagen ein Mittel gegen auftretende Kopfschmerzen. Sollte man sich zu einem Masseur begeben, muss noch vor Beginn auf die Schwangerschaft hingewiesen werden! Gerade Massagen in der (unteren) Lendengegend können zu Fehlgeburten führen. Sehr zu empfehlen ist auch eine Massage durch den Partner. Allerdings darf auch hier nur im oberen Körperbereich, also an den Schultern, Nacken oder am Kopf ganz sanft massiert werden. Die Partnerin soll sich entspannen und dafür reicht oft schon die körperliche Nähe in Verbindung mit leichtem Streicheln oder dem Auflegen der warmen Hand. Starker Druck und falsche Massagetechnik ist zu vermeiden, weshalb auch regelmäßig Rückfrage mit der Schwangeren gehalten werden muss. Bei Unklarheiten sollte man sich erst einmal einen Arzt um Rat fragen.

Medikamente

Schwangerschaft und Paracetamol

Auch wenn man früher gerne zu Aspirin oder Ibuprofen Schmerztabletten gegriffen hat, ist das in der Schwangerschaft ein absolutes NoGo! Schmerzmittel dieser Art können dem Kind in der Entwicklung schaden und so beispielsweise zu Fehlbildungen führen! Auf Medikamente sollte deshalb auf jeden Fall verzichtet werden. Das einzige Medikament, das während einer Schwangerschaft eingenommen werden darf ist Paracetamol. Paracetamol ist das einzige Schmerzmittel (Analgetikum) das während der Schwangerschaft eingenommen werden darf. Bevor man dies aber tut, sollten andere, alternative Methoden erst einmal ausprobiert werden. Helfen diese nichts, sollte die Einnahme von Paracetamol mit dem Frauenarzt (Gynäkologe) abgestimmt werden. Die Einnahme sollte dann nur sehr gering dosiert sein und die Anwendung nur auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränkt werden. Beim häufigen Einnehmen von Paracetamol in großen Mengen können negative Auswirkungen auf das Baby nicht ausgeschlossen werden (Studien beschreiben einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol und erhöhtem Risiko für Asthma, anderen Atemwegserkrankungen und gestörter Hodenentwicklung.2

Video

Die Seite babyzauber.com hat ein schönes Video über Mittel gegen Kopfschmerzen in der Schwangerschaft veröffentlicht, dass nachfolgend gezeigt wird:



Hinweis

Sollte die Kopfschmerzen während der Schwangerschaft nach Anwendung der hier vorgestellten Mitteln sich nicht besser, sondern gar noch schlimmer werden und über eine lange Zeit anhalten und tauchen neben Kopfschmerzen noch andere Krankheitssymptome auf, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden!


Quellen

Der Artikel wurde am 31. Dezember 2009 erstellt und am 26. Februar 2014 zuletzt aktualisiert. Kopieren verboten! Bitte beachten Sie, dass die aufgeführte Informationen keinen Gang zum Arzt ersetzen!

Navigation

Allgemeines

Betroffene

Kopfschmerzarten

Schmerzstellen

Ursachen

Kopfschmerzen Therapie