Akupunktur gegen Kopfschmerzen

Die Akupunktur befindet sich in Deutschland langsam auf dem Vormarsch. Gerade auch im Kampf gegen dem Schmerz im Kopf konnte bei diesem Teilgebiet der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) durch klinische Studien die Wirksamkeit beispielsweise bei der Prophylaxe von Migräneattacken gezeigt werden. Schon im zweiten Jahrhundert vor Christus fand man zum ersten Mal in den Aufzeichnungen des chinesische Historiker Sima Qian die Erwähnung von Steinnadeln, was bisher die älteste bekannte schriftliche Erwähnung der Akupunktur ist.

Akupunkturpunkte bei Kopfschmerzen
Akupunkturpunkten nach den Manuskripten
von Isaac Titsingh in Sarlandière 1825
In Europa wurde man das erste Mal im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert auf diesen Teil der chinesischen Medizin aufmerksam, allerdings erst im Frühling 1810 wagte der Arzt Louis Berlioz seine erste dokumentierte Akupunkturbehandlung, bei der es unter anderem auch um die Linderung von Kopfschmerzen als Begleiterscheinung ging. Die europäische Akupunkturwelle beschränkte sich aber vor allem auf Frankreich und erfuhr erst im 20. Jahrhundert nach und nach in den anderen europäischen Ländern Anerkennung.

Kopfschmerzen in der chinesischen Medizin

In der traditionellen chinesischen Medizin sind Kopfschmerzen auf eine Störung der Lebensenergie Qi in den Yang- Meridianen des Kopfes zurückzuführen. Man unterteilt die unterschiedlichen Kopfschmerzarten generell in Fülle- und Leere-Kopfschmerzen.

Behandlung

Bei der Akupunktur werden nun die Nadeln auf die entsprechenden Punkte der Meridiane gesetzt. Eine solche Akupunktursitzung dauert etwa 20 bis 30 Minuten, während der Patient ruhig und entspannt liegt oder sitzt. Dabei sind laut der deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. im Durchschnitt etwa 15 Behandlungen erforderlich. In Extremfällen sollen aber auch erst nach 30 bis 40 Behandlungen erst eine dauerhafte Besserung eintreten.


Wirkung

Die Akupunktur wirkt vor allem bei Migräne und Spannungskopfschmerzen. So kann durch die Behandlung die Häufigkeit, als auch die Intensität der quälenden Schmerzen im Kopf reduziert werden. Zu beachten ist dabei, dass die Akupunktur präventiv wirkt, als momentan auftretende Schmerzen zwar nicht lindern, dafür aber vorbeugen kann. Dementsprechend muss eine Behandlung auch in den beschwerdefreien Zeiträume zwischen den Kopfschmerz-Attacken erfolgen.

Wie genau die chinesische Heilmethode wirkt, ist bisher unklar. Diese Unwissenheit wird durch Studien, bei der neben der normalen Akupunktur auch die sogenannte Scheinakupunktur (Sham-Akupunktur) angewandt wurde, nur noch verstärkt. Bei der Scheinakupunktur werden auch Nadeln eingestochen, allerdings nicht an den chinesischen Akupunktur-Punkten und ebenfalls nicht so tief als normal üblich. Dennoch konnten in den Studien auch bei der Scheinakupunktur deutliche Erfolge festgestellt werden. So liegt für manche Experten der Schluss nahe, dass es sich die Wirkung der Akupunktur auf den bekannten Placebo-Effekt reduzieren lässt.

Nebenwirkungen

Zwar sind die Nebenwirkungen bei einer Akupunktur verglichen mit der Einnahme von Medikamenten eher gering zu betrachten, dennoch gibt es sie ebenfalls. So kann es zu Schwindelanfällen bis zur Bewusstlosigkeit führen. Auch das Vergessen der Entfernung der Akupunkturnadeln durch die Akupunkteure ist schon öfters vorgekommen. Weitere Nebenwirkungen können eine Ausbildung eines Hämatoms an der Einstichstelle, Entzündungen, Austritt von Blutstropfen oder Organverletzungen sein.

Risikogruppen

Nicht für jeden Menschen ist eine Akupunktur unbedingt das richtige. Bei bestimmten Personengruppen raten Ärzten von einer Akupunktur-Behandlung aus verschiedensten Gründen ab. Zu diesen Risikogruppen zählen unter anderem:

  • Menschen mit Erkrankungen der Haut
  • Epileptiker (Gefahr eines epileptischen Anfalls)
  • Menschen mit schweren ansteckenden Krankheiten
  • Menschen mit bestimmten Tumorarten
  • Babys und kleine Kinder
  • Menschen mit einem schlechten Allgemeinzustand
  • Menschen mit bestimmten Nervenkrankheiten und Sensibilitätsstörungen der Haut
  • ...

Quellen:



Hinweis

Der Artikel wurde am 01. August 2011 erstellt und am 25.06.2014 zuletzt geändert. Kopieren verboten! Bitte beachten Sie, dass die aufgeführte Informationen keinen Gang zum Arzt ersetzen!

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