Clusterkopfschmerz

Clusterkopfschmerzen - Attackierende Kopfschmerzen

Andere Bezeichnungen für den Clusterkopfschmerz sind Bing-Horton-Neuralgie, Histaminkopfschmerz und Erythroprosopalgie. Da Clusterkopfschmerzen meist zu solch einer Schmerzintensität führen, dass Betroffene sich am liebsten umbringen möchten, werden sie auch Suizid-Kopfschmerzen genannt. Der Clusterkopfschmerz ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die sich durch wiederholenden extremen Schmerzen auszeichnet. Die Kopfschmerzen sind dabei streng einseitig im Bereich von Schläfe und Auge.

Die Clusterkopfschmerzen treten am häufigsten ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden und nach der Mittagszeit auf. Eine Attacke dauert dann zwischen 15 und 180 Minuten, in denen der Betroffene starke Schmerzen erleidet. Der Kopfschmerzcharakter wird als unerträglich reißend, bohrend, manchmal als brennend geschildert.

Warum Clusterkopfschmerzen auftreten ist nicht abschließend geklärt. Früher ging man als Ursache von Erweiterungen bzw. Entzündungen der Blutgefäße aus. Dies scheint aber nach heutigem Kenntnisstand nicht die Ursache zu sein. Aktuell (Dezember 2009) geht man davon aus, dass die Ursache der Clusterkopfschmerzen im Hypothalamus liegt.

Die Diagnose von Clusterkopfschmerzen ergibt sich durch die Erhebung der Krankengeschichte und aufgrund der spezifischen Symptome. Leider kommen Ärzte aber nicht gleich auf die richtige Diagnose: Clusterkopfschmerz. Schon an dem Begriff „Cluster“ sieht man, dass dies der internationale Begriff ist, einen rein deutschen Begriff gibt es für diese noch nicht sehr bekannte Kopfschmerzart nicht. So kann es Clusterkopfschmerz-Patienten passieren, dass sie eine falsche Diagnose gestellt bekommen und eine wahre Odyssee auf sich nehmen müssen. So kennt man Fälle von Betroffenen, die erst zum Zahnarzt oder Augenarzt geschickt wurden. Eine richtige Diagnose schützt vor völlig überflüssigen Eingriffe. Es bringt einem Clusterkopfschmerz-Patienten nichts, wenn der Zahnarzt auf Verdacht irgendwelche Zähne zieht, da diese als Ursache in Frage kommen könnten.

Auslösefaktoren von Clusterkopfschmerzen können Trigger wie Alkohol, Histamin und Nitroglycerin sein. Nach Aussagen von Patienten können auch Flackerlicht und grellem Licht, Lebensmittelzusatzstoffen wie Glutamat, Kaliumnitrit und Natriumnitrit, Gerüchen (Lösungsmittel, Benzin, Klebstoffe, Parfüm), Käse, Lärm, Tomaten, Schokolade und Zitrusfrüchten Auslösern von Cluster-Kopfschmerz-Attacken sein.

Wichtig für die genaue Diagnose vom Arzt, ist die selbstständige Dokumentation und Protokollierung der Kopfschmerzen, z.B. in einem Kopfschmerztagebuch. Am Muster des Schmerzes kann dann ein darauf spezialisierter Arzt den Clusterkopfschmerz erkennen.

Leider sind Clusterkopfschmerzen durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar. Allerdings kann die Schmerzintensität abgemildert und die Attackenhäufigkeit verringert werden. Eine Behandlung kann sich dabei in Inhalation von 100 % medizinischem Sauerstoff über eine Hochkonzentrationsmaske (Non-Rebreather-Mask) mit Reservoirbeutel und Rückschlagventilen, Triptane oder in Intranasale Zufuhr von vierprozentigem Lidocain äußern. Schmerzmittel wie beispielsweise Aspirin sind bei Clusterkopfschmerzen unwirksam.

Der Artikel wurde am 31. Dezember 2009 erstellt und am 31.05.2010 zuletzt geändert. Kopieren verboten! Bitte beachten Sie, dass aufgeführte Informationen keinen Gang zum Arzt ersetzen!
Quellen:
  • de.wikipedia.org

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